Der Filmclub Gera-Pforten e.V.

Im März 1995 wurde der 3. Thüringer Amateurfilmwettbewerb des BDFA ausgetragen. Unter den Zuschauern befanden sich 4 junge Hobbyfilmer, die sich durch die gezeigten Filme mit dem Gedanken befassten, selbst einmal einen Film zu drehen. Wenig später kamen drei weitere Hobbyfilmer hinzu. Gemeinsam beschlossen sie den Filmclub Gera-Pforten e.V. zu gründen. Ihr Ziel ist es, sehenswerte Filme, die ein breites Publikum ansprechen zu produzieren.

Anfangs entstanden kleinere Beiträge wie zum Beispiel das Erstlingswerk „Schienenersatzverkehr”, mit dem sich der Filmclub einen Meilenstein für noch viele schöne Filme setzte. Wegen des Erfolges bei den Filmfestspielen wurde der Film erweitert. 1996 brachte ein Humorist den Verein auf den Gedanken einen Videoclip zu produzieren, in dem die Mundbewegungen der Musik angepasst werden. So entstand „Der Kakerlaken-Song”. In diesem aus eigener Feder stammenden Clip verwechselt ein Bäckermeister die Rosinen, die sich im Stollen bewegen mit Kakerlaken.

1997 und 1998 erhielt der erste Schülerfilm „Freundschaft” viele kleinere Preise und Auszeichnungen bei den Filmfestspielen und wurde 1999 ins Internet des belgischen Festivals „King Nobel” gestellt. Im Film wird die enge Beziehung des 10-jährigen Schulmädchens Katja (Anne Nacinovich / Rab) und der Tante Hedwig, die wie eine liebe Oma zu Katja ist geschildert. Als die Oma Hedwig ganz plötzlich nicht mehr da ist, bricht für Katja die Welt zusammen.

1999 wurde mit 6 aktiven Schülern einer Kindershow die Reportage „Auf der Suche nach Bildern” mit dem dazugehörigen Videoclip „Phantasie” (Text und Komposition aus Gera) gedreht. Darin werden Umweltprobleme aufgegriffen, mit denen der Mensch kaum noch fertig wird. Im Videoclip bringt der Nachwuchskünstler Jonny Zimmermann zum Ausdruck, das die Natur das Wichtigste ist, was der Mensch überhaupt besitzt. Im gleichen Jahr wurde aus Anlass der Kulturhauptstadt Weimar die Reihe „Wege nach Weimar” einmal monatlich auf 3sat ausgestrahlt. Daran konnten sich Hobbyfilmer mit einminütagen Beiträgen zum Thema „Kulturstadt Weimar 1999” beteiligen. In dieser Reihe war der Filmclub sehr aktiv.

2000 lief der Videoclip „Mein Fahrrad ist jetzt weg” bei den Filmfestspielen und zählt mit 33 Festivalsvorführungen und im Netz der ehemaligen Internetplattform des SWR „tape-that” zu einer der erfolgreichsten Produktionen des Vereins. Der Videoclip wurde nach einer wahren Begebenheit gedreht. Inhalt: Ein Kinderfahrrad wird in einem unbeobachteten Moment geklaut. Als die 11 jährige Schülerin weiter radeln will, findet sie nur ihr aufgebrochenes Fahrradschloss. Die Gedanken des Mädchens in diesem Moment • davon handelt der Videoclip. Etwa um die gleiche Zeit entstand die erste Gemeinschaftsproduktion „Vier (Milliarden) lieben dich.” In diesem Film wurden erstmals Schüler aus Ost und Westdeutschland eingesetzt. Dazu kam es 1998 auf einem Hamburger Festival. Da sprach der niedersächsische Filmemacher Boris Kaczmarek die anwesenden Autoren des Filmclubs Gera-Pforten e.V. an. Zwischen März und Mai 2002 wurde an einer zweiten Ko-Produktion gearbeitet. In „Ich weiß ja nicht, ob ihnen so was grad gefällt”, stellt der Hauptdarsteller (Boris Kaczmarek) die These auf, das man an den Füßen von Jugendfußballern erkennen kann, welches besondere fußballerische Talent in jedem steckt. Während der Austragung der Fußballweltmeisterschaft im Juni 2002 hatte dieser knapp 20 minütige Kurzfilm im Internetfernsehen kanal-global sowie auch in mehreren offenen Kanälen seine Premiere. Im gleichen Monat wurde der Filmclub auch vom SWR zum taps-that Schülerteam benannt. Diese Auszeichnung erhalten deutsche Schülergruppen, die sehr aktiv sind.

Im Dezember 2002 zeichnete der Filmclub mit Unterstützung des Offenen Kanals Gera erstmals eine musikalische Weihnachtsgeschichte auf. Darüber hinaus wurde an der Geraer Neulandschule (seit 2012 „Pfortener Schule”) die Film-AG „Neulandfilm” mit Schülern aus Gera-Pforten ins Leben gerufen. Für die erste Produktion „Die goldene Tasche” stellte der Offene Kanal wieder kostenlos Schnittplatz und Kameraausrüstung zur Verfügung. Nur so war es möglich, um den 20 minütigen Kriminalfilm, den sich Hortkinder selbst ausdachten in guter technischer Qualität fertig zu bekommen. Er zählt bislang mit zu den erfolgreichsten Schüler-Produktionen des Vereins und erhielt viele Preise bei den verschiedensten Filmveranstaltungen. Seit 2003 werden an der Neulandschule regelmäßig Filme und Medienpädagogische Produktionen mit Kindern erstellt. Diese entwickelten sich zu einer engen Zusammenarbeit.

Zwischen Herbst 2003 und Frühjahr 2004 produzierte der Filmclub als Versuchsprojekt erstmals eine 13-teilige Sendereihe mit Schüler und Jugendfilmen für nichtkommerzielle Ausstrahlungen. Mit dieser Sendereihe „Kontrast” gab der Filmclub den Zuschauern einen Einblick in die freie Amateurfilmszene und lenkte gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf den No Budget Film, zumal es der Hobbyfilmer heut zu Tage nicht leicht hat um seine Werke zu veröffentlichen.

Ende Juni 2005 brachte der Bundesverband Jugend und Film eine DVD mit herausragenden Amateurproduktionen der letzten 10 Jahre heraus. Darauf befindet sich auch der Film „Schienenersatzverkehr2”, der wegen des Erfolgs von „Schienenersatzverkehr” erweitert wurde.

Aus Anlass des 10 jährigen Bestehens des Vereins im Juli 2005, entstand erstmals ein Kinder-Spielfilm. „Eric und Maria - Die Reise nach Posterstein” heißt er und ist Bestandteil der Museumsbesichtigung auf Burg Posterstein.

Mit dem Film „Im Netz der schwarzen Spinne” im Jahr 2006, wurden für weitere Filmproduktionen auch Schüler der 5. bis 7. Klassen für die Film-AG „Neulandfilm” heran gezogen. Unter der Anleitung des AG-Leiters Stefan Gabel entstanden auch Jugendproduktionen wie „Die Jagd nach der schwarzen Spinne”, „Von Strebern und anderen Verliebten”, „Geküsst wird erst ab 14” etc, bei denen Michael Werner überwiegend Regie führte. Seit September 2007 hat der Filmclub die Internetseite www.filmclub-gera.de. Darin erhält man Information zum Verein und zu den Film-Produktionen, die seit 1995 in gemeinnütziger Arbeit entstanden sind.

Im April 2008 wurden als Versuchsprojekt zwei DVDs mit Kurzfilmen des Vereins in 35 Thüringer Bibliotheken/ Büchereien zum Verleih angeboten. Davon nahmen 29 Einrichtungen beide DVDs in ihren Leihbestand auf. 2010 entstand aus Anlass des 15-jährigen Vereinsbestehens eine DVD mit herausragenden und zum Teil preisgekrönten Schüler-Kurzfilmen. Sie enthält 10 Filmbeiträge und eignet sich für den Einsatz im medienpädagogischen Bereich. Mit einer Gesamtlänge von knapp 4 Stunden zählt sie zu einer der sehenswertesten DVD-Produktionen zum Thema Schülerfilme. Resultierend aus dem Erfolg des Versuchsprojektes von 2008 wurde die Schülerfilme-DVD diesmal ca 500 Medieneinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Bereicherung des Leihbestandes angeboten. Ergebnis: Die DVD „Schülerfilme” steht seit 2011 in rund 390 Medieneinrichtungen (Medienzentrum, Bücherei/Bibliothek etc). zum Verleih zur Verfügung.

Seit Beginn des Jahres 2013 ist der Filmclub Gera Pforten e.V. Mitglied im Bundesverband Deutscher Film-Autoren e.V. (BDFA) und präsentiert sich mit einer eigenen Seite auf Facebook. Im Juni 2013 beteiligte sich der Verein an der Ostthüringer Grillmeisterschaft und wurde Grillmeister.

Von 2012 bis 2015 entstanden in Ko-Produktion mit Denny Schönemann aus Sachsen-Anhalt mehrere Videoclips, sowie die Reportage „Keine Schlager im Rundfunk - Die Abrechnung”. Darin wurde dem Zuschauer klar gelegt, dass sich viele Rundfunksender unter anderem wegen dem Einschaltquoten-Wettbewerb schleichend vom Schlager verabschieden. Diese Reportage sorgte nach ihrem Erscheinen im Frühjahr 2015 bundesweit für Diskussionsstoff.

Seit 2016 gibt es eine feste Jugendfilm AG ab Klassenstufe 5, die sich vierzehntägig im TMBZ (Thüringer Medienbildungszentrum) trifft.

Im Herbst 2017, wurde zur Premiere der aktuellen Schülerfilme unsere Internetseite in neuen, übersichtlichen Layout vorgestell und online geschaltet.

Neben laufenden Filmproduktionen der Film-AG „Neulandfilm” arbeitet der Filmclub Gera-Pforten e.V. parallel mit Filmemachern aus Sachsen-Anhalt zusammen. Dadurch ist es möglich, um auch Persönlichkeiten wie Schlagerkünstler in Filmprojekte zu integrieren.